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InnerSource - nicht nur für Entwickler

Wir haben im April über unsere ersten Schritte in Richtung InnerSource berichtet. Diesmal wollen wir einen Einblick in die Fortschritte in den letzten Monaten geben.

Wir haben im Rahmen eines Epics, an dem Vertreter von zwei unserer Units gearbeitet haben, unsere gemeinsame Arbeitsweise weiterentwickeln können. Im Rahmen einer anschließenden Retrospektive haben wir die folgenden Erfahrungen notiert:

Besonders Änderungen, von denen viele Stakeholder betroffen sind (prominentes Beispiel hier sind Änderungen an zentralen Schnittstellen) dauern bei einer rein asynchronen Arbeitsweise sehr lange. Hier zahlt es sich aus, zweigleisig zu fahren: Direkte Absprachen, die dann zusammengefasst online landen können den Prozess deutlich beschleunigen ohne intransparent zu werden.

Auch wenn man prinzipiell alle mit einer asynchronen Arbeitsweise erreichen kann, hilft es Verantwortungen klar zu verteilen und Aufgaben sinnvoll zu trennen. Ein Learning dabei war die Notwendigkeit von Personen, die jeweils als erste Ansprechpartner für Projekte fungieren - zum Beispiel bei Eintreffen eines Pull Requests, bei Bedarf nach Mentoring oder bei Entscheidungen über Änderungen. InnerSource kennt dafür die Rolle des TrustedCommitter, mit Github technisch umsetzen läßt sich das über Codeowner.

In unserer Erfahrung gilt auch bei InnerSource: The best ideas should come from anywhere. Entsprechend spielen nicht nur Entwickler bei Projekten mit. Auch in dieser Retrospektive hat sich gezeigt: Je enger diejenigen mit ins Team eingebunden sind, die die fachliche und Businessperspektive verstehen, umso besser. Dies sollte sich auch in der Verantwortung z.B. für konkrete Einträge im Issuetracker wiederspiegeln.

Hinsichtlich der asynchronen Arbeitsweise wurde als positiv bewertet, dass eine zeitversetzte Arbeitsweise möglich ist. Dies kommt besonders Kollegen entgegen, die ihre Zeit flexibler gestalten möchten oder müssen (sei es aus familiären oder aus firmeninternen Gründen). Nichtsdestotrotz braucht es - wenigstens zeitweise - räumliche Nähe und synchrone Abstimmungen. Insbesondere bei der Einbindung remote arbeitender Kollegen existieren hier und da noch technische Herausforderungen: Es hilft, wenn jeder Mitarbeiter mal einen remote Kollegen "mitnimmt", um so Hürden abzubauen.

Insgesamt war das Feedback sehr positiv: "Alle engagieren sich.", "Alle denken mit", "Mit Profis gearbeitet".